Nur ein Drittel für SPD-Kanzlerschaft
Es muss an dieser Stelle nicht eigens betont werden, dass arithmetische Mehrheiten noch längst keine politischen sind. Wenn aber gilt, dass ein solches Bündnis „von unten“, also von den Leuten her wachsen müsse, dann können die Demoskopen zumindest einen Trend anzeigen. Dabei ist das Mitte-Links-Lager derzeit von einem rechnerischen Vorsprung gegenüber Union und FDP deutlich entfernt: In aktuellen Umfragen kommen SPD, Grüne und Linke zusammen auf Werte zwischen 43 und 47 Prozent. Bei Infratest lagen die drei Parteien zuletzt vor etwa einem Jahr bei 50 Prozent. Das liegt am wenigsten an der Schwäche der Sozialdemokraten, die mit 23 Prozent im Deutschlandtrend das schlechteste Ergebnis seit Dezember einfahren, aber auch im Juni 2008 lediglich bei 23 Prozent lagen. Die entscheidenden Prozentpunkte gingen eher bei Grünen und Linkspartei verloren. Auf große Begeisterung stößt eine SPD-geführte Bundesregierung ohnehin nicht, von einer Mitte-Links-Koalition ganz zu schweigen. Allerdings: „Der Anteil der unentschlossenen bzw. unentschiedenen Wahlberechtigten liegt weiterhin bei rund 30 Prozent. Die Verunsicherung ist insbesondere bei früheren SPD-Wählern überdurchschnittlich groß“, so Infratest. Das gilt auch für die Präferenz für die Kanzlerpartei: Die Zahl derer, die sich zwischen den beiden Alternativen nicht festlegen wollen oder können, ist im Vergleich zum Vormonat deutlich von 15 auf 24 Prozent angestiegen.
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