Für immer in der Opposition?
Als Hugo Müller-Vogg im Frühjahr sein “Drehbuch für die rot-rot-grüne Wende” vorstellte, hat das kaum für Aufsehen gesorgt. Ein Bild-Kolumnist, der den fiktiven Weg in eine “Volksrepublik Deutschland” zeichnet, in der Gregor Gysi Innenminister wird und Franz Müntefering “den Oskar” anruft – so etwas war im März 2009 schon nicht mehr besonders skandalös. Und ebenso wenig konnte es noch als realistisches Szenario für die Bundestagswahl im Herbst gelten. Die betreffenden Parteien hatten sich spätestens nach dem Hessen-Debakel in ihrer machtpolitischen Selbstblockade eingerichtet. Ein Mitte-Links-Bündnis? Wer in SPD, Grünen und Linkspartei nicht gerade im Wahlkampf steht und zur Attacke auf die Konkurrenz von Berufs wegen verpflichtet ist, wirft die Gebetsmühle der Bündnisskepsis an: Vielleicht beim nächsten Mal, aber diesmal noch nicht. Müller-Vogg ist mit seinem Buch keine völlig absurde Wette eingegangen. Zu einem rot-rot-grünen Bündnis kommt es in dem eher drögen Band nämlich erst im Herbst 2010; die SPD zieht ihre MinisterInnen aus der verlängerten Großen Koalition zurück und “springt”. Undenkbar ist das nicht, aber ist es auch wünschenswert?
Den ganzen Beitrag lesen, zuerst erschienen in Analyse und Kritik Nr. 541 vom 21. August 2009
Foto: Klaus Peter Albrecht
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