Maas auf rot-rotem Kurs

Am 30. August ins Landtagswahlen im Saarland. Der sozialdemokratische Spitzenkandidat Heiko Maas hat angekündigt, schon eine Woche nach der Wahl darüber entscheiden zu lassen, mit wem förmliche Koalitionsverhandlungen geführt werden sollen. Dass dann womöglich Oskar Lafontaine mit am Tisch sitzt, hält Maas nicht für ein Problem – und dämpft damit ein paar Wochen vor dem Urnengang ein wenig die oft wiederholten Unkenrufe, an der Saar könne alles an der Person des Linksparteivorsitzenden scheitern. Wenn dieser der Verhandlungsführer sein sollte, wisse Maas „gar nicht, ob ich das schlecht finden soll. Denn ich kenne seinen Realitätssinn“. An eine Rückkehr des früheren SPD-Vorsitzenden nach Saarbrücken glaubt Maas nicht – was zur Strategie gehören mag, Lafontaine im Wahlkampf ein ernsthaftes landespolitisches Interesse abzusprechen. Zugleich ist sich die SPD der Zugkraft des einstigen Ministerpräsidenten bewusst. „Wenn er Spitzenkandidat der Partei bibeltreuer Christen wäre, würde er auch die mit mehr als fünf Prozent ins Parlament bringen.“ Nun ja. Mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinmeier habe Maas ausführlich darüber gesprochen, dass sich im Saarland vier Wochen vor der Bundestagswahl am 27. September eine rot-rote Machtoption ergeben könnte, schreibt die Frankfurter Allgemeine. Nicht nur rechnerisch wäre ein Bündnis aus SPD und Linkspartei durchaus denkbar – allerdings braucht es dazu die Unterstützung der Grünen. Deren Frontmann Hubert Ulrich betont immer wieder, seine Parteien halte sich alle Optionen offen: Man müsse “mit den Mädchen tanzen, die da sind”.

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