Linker Think Tank i.G.

Als die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vor einigen Tagen einem rot-rot-grünen Vorstoß (mehr dazu hier) als Plattform diente, wurde im Begleittext bereits von einer nächsten Initiative geraunt: Andrea Ypsilanti, Hermann Scheer und Katja Kipping planten, so hieß es, ebenfalls eine „rot-rot-grüne Offensive“. Inzwischen ist die Sache an die Öffentlichkeit gelangt, dieses Mal über die Welt, die über die Idee zur Gründung eines linken Think Tanks berichtet. Am Wochenende wird in Berlin ein Verein gegründet, aus dem später ein Institut hervorgehen soll. Auf kurzfristige Parlamentsstrategien will sich diese Denkfabrik genauso wenig beschränken wie auf das rein parlamentarische Feld. Die Arbeit an einem Gegenentwurf zum Neoliberalismus soll vielmehr auf breiterer gesellschaftlicher Basis gründen, wird Politiker wie Sven Giegold ebenso einbeziehen wie Gewerkschafter und Wissenschaftler. Stefan Lessenich, Soziologieprofessor in Jena zum Beispiel: Es gehe darum, sagt der, existierende Konzepte zu bündeln und sie politisch umsetzungsfähig zu machen. Wissensproduktion und politische Diskursfähigkeit, Crossover und strategische Planung – man darf auf die Arbeit des Instituts gespannt sein. Zur konkreten inhaltlichen Ausrichtung haben sich die Initiatoren bisher noch nicht öffentlich geäußert. Man darf aber annehmen, dass die von Ypsilanti vor geraumer Zeit vorgestellten Überlegungen zur „Sozialen Moderne“ dabei eine Rolle spielen werden.
(Foto: Ralf Skiba, tos)
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